Wie geht ihr mit Komplimenten (und Kritik) auf eure Artworks um?

  • Das Thema beschäftig mich schon eine Weile, also dachte ich, ich mache mal einen Thread dazu auf. Ich kämpfe immer sehr viel mit Kritik und Komplimenten und habe starke Probleme damit, Komplimente auf meine Bilder oder Suits überhaupt anzunehmen.

    Einer der großen Gründe, warum ich hier im Forum keine Artthreads kommentiere (ich sehe mir die meisten an...) ist, dass ich davon ausgehe, dass meine Komplimente für euch nichts "wert" sind, weil ich ich bin (und ich bin halt nicht "qualifiziert", euch Komplimente zu machen.) Komplimente, die mir gemacht werden, schicken mich im generellen eine Negativspirale runter. Daher würde es mich interessieren, was in eurem Kopf vor geht, wenn ihr ein Kompliment bekommt? Und auch, was in eurem Kopf vor geht, wenn ihr Komplimente macht? Sind die immer real oder wollt ihr manchmal einfach nur nett sein? Bekommt ihr gerne Kritik?

    In meinem Kopf sieht es nämlich eher so aus:

    Wenn derjenige, der mir das Kompliment macht, weniger über das Art/Fursuits weiß, dann ist der zwar nett, sieht aber meine ganzen Fehler nicht. Daher ist das Kompliment nichts wert.

    Wenn derjenige, der mir das Kompliment macht, mehr weiß/kann als ich, dann tue ich dem offensichtlich nur leid, weil ich so schlecht bin. Und er versucht, mich aufzubauen und mir Mut zu machen, indem er falsche Komplimente macht. Daher ist das Kompliment nichts wert.

    Wenn derjenige, der mir das Kompliment macht, einfach generell ein netter Mensch ist, dann versucht der halt nett zu sein und sagt deshalb nicht, was er wirklich denkt. Daher ist das Kompliment nichts wert.

    Wenn derjenige mit mir befreundet oder verwand ist, dann ist der nicht unparteiisch. Daher ist das Kompliment nichts wert.

    Wenn derjenige ein absolut fremder Mensch im Internet ist (mit dem ich auch noch nie interagiert habe), dann ist das Kompliment generell nix wert. Ist ja nur ein random Mensch im Internet. :wacko:

    Anschließend zählt mein Kopf dann weitere Gründe auf, warum ich das Kompliment nicht verdient habe.

    Wenn jemand mich kritisiert, dann hat der zu 99% recht, ganz egal, ob der überhaupt etwas über das Thema weiß oder nicht. Wenn jemand berechtigte Kritik gibt, die konstruktiv ist, dann nehme ich die so gut ich kann an und mache mich dafür fertig, dass ich das nicht von Anfang an so gemacht habe. Wenn es weniger konstruktive Kritik ist, bin ich halt einfach scheiße in allem, was ich mache, und sollte direkt aufgeben.

  • Hey! Soooo ich hoffe ich bekomm meine Antwort anständig formuliert aber ich gebe mein bestes um das ganze so verständlich wie möglich auszudrücken!


    Von dem was ich aus deinem Text heraus lesen kann, würde ich ganz klar sagen das dieses Problem bei dir größer ist als die Kunst an sich sondern mehr damit zu tun hat wie du deinen Selbstwert definierst.
    Du schilderst ziemlich deutlich das du keinerlei Positives Feedback in irgendeiner Form zu lässt und sogar soweit gehst das du gezielt Gründe überlegst wieso gutes Feedback nicht aufnehmen willst aber negatives dafür absolut zu Herzen nimmst.

    Wenn ich mir die Frage erlauben darf, ist das bei dir auch in anderen Lebensapsekten so? Wie zum Beispiel bei Komplimente zum gekochten Essen oder zum aussehen? Reagierst du da ähnlich abweisend drüber?

    Ich bin bestimmt nicht in der Position das zu analysieren ( könnte ich das auch überhaupt nicht!) aber als Laie finde ich das dieses Problem nicht direkt Kunst bezogen wirkt. Um aber nun richtig auf deine Frage zurück zu kommen!


    Ich freue mich in erster Linie über jedes Feedback! Sei es Positiv oder Negativ, kurz oder lang, von wem auch immer! Weil Feedback bedeutet in erster Linie eins für mich: Ein anderer Mensch hat sich Zeit genommen!

    Zeit die eigentlich das wichtigste Gut im Alltag ist! Jemand hat entschieden das mein kreatives Chaos diese Zeit wert war dazu etwas zu sagen. Und genau DAS bedeutet mir unglaublich viel! Sei es das jemand mit sagen will das ihm meine Zeichnerischen Motive oder Fortschritte gefallen, aber auch wenn jemand Tipps für mich hat in Zukunft etwas besser zu machen!

    Wenn es um Positives Feedback geht, sei es darum das ich welches gebe oder bekomme, finde ich es am schönsten zu lesen was dieses Kunstwerk in anderen auslöst, welche Persönlichen Bezug teilweise manche zum Motiv oder Szenerie haben oder einfach was Ihnen am meisten ins Auge springt. Gerade beim letzten Punkt lenkt das meinen Eigenen Fokus auf diesen Bereich und ich kann selber Reflektieren ob ich eine Ähnliche Meinung dazu habe!


    Bei Negativem Feedback ist natürlich das wichtigste das es Konstruktiv i ( al la das is Scheiße, lassen wir mal außen vor). Ein ebenso wichtigen Punkt den oft viele vergessen ist auch das Kritik angepasst sein muss. Ich kann mir ein Bild nicht im einzelnen Betrachten und Kritik geben sondern muss den gesamt Stand vom Künstler im Auge haben. Wie weit ist dieser Mensch in seinem Werdegang und welche Kritik könnte ich ihm jetzt geben?

    Wenn jemand ganz am Anfang ist und noch mit Linien Führung oder Farb Theorie hadert bringt es nichts ihm ein ewig langen Text über Lichteinfälle oder Anatomie zu geben. Ich hoffe du verstehst was ich meine!


    Was jeden falls am wichtigsten in meiner Aussage ist: Wenn ich etwas sage/schreibe dann meine ich das auch so! Ich gebe Komplimente ebenso gerne wie ich sie bekomme. Ich lese immer wieder wie glücklich es andere macht Feedback zu erhalten und kann das ebenso nach empfinden. Es macht mich ja genauso happy! Ich schreibe gerne liebe Worte ohne mit dem Gedanken durch die Welt zu gehen: Ich muss jetzt nett sein.
    Aber um da Rückwirkend auch wieder zu dem erst genannten Punkt zu gehen: Das sind persönliche Präferenzen! Ich tue das einfach gerne! Sei es bei Kunst, Essen, Optiken oder allen möglich anderen Dingen. Ich bin ein Mensch der sich gerne auf Positives Konzentriert und das auch mit anderen Teilt. Das ist aber meine Persönliche Einstellung und soll nicht als Allgemeines Maß gesehen werden!

    Wenn wir nach deinen gedanklichen Regeln gehen, wäre ich somit einfach ein netter Mensch und mein Lob wäre für dich nichts Wert. Aber versuche dir in solchen Momenten einfach ins Gedächnisbzu rufen das du mir, wenn ich Kommentare schreibe, diese Zeit wert bist. Die Zeit mich hinzusetzen, deine Werke zu betrachten und meine Gedanken dazu nieder zu schreiben. Und Zeit ist bekanntlich einiges Wert!

  • Oreo hat da zwar schon den Kern zu geschrieben, aber ich geb dir da auch noch gerne Feedback zu.

    Mir persönlich fällt es auch schwer Komplimente anzunehmen und hatte vor ein paar Jahren genau die gleichen Gedanken die du, Matschen im Startpost geäußert hast. Jedes Kompliment war für mich in dieser Situation ein weiterer Grund mich selber und meine Fähigkeiten zu degradieren, das hat aber weniger mit der Kunst an sich, als mit starken Selbstzweifeln zu tun.

    Woher diese Zweifel kommen kann ich dir nicht sagen, dafür kenn ich dich zu wenig, aber vielleicht hilft es dir in dich zu gehen und zu ergründen woher der Kern dieser Kritik kommt. Denn Kritik in jeglichen Dingen zu sehen, die von anderen kommen ist für sich selbst echt nicht gesund und auf Dauer auch schädlich für deine Kreativität und Psyche.

    Denn: "Warum sollte man kreieren, wenn alles was ich sehe Kritik oder Missgunst ist?" Dieses Gedankengut abzulegen erfordert eine Menge Arbeit an sich selbst, weil man das gerne mal über Jahre internalisiert hat.

    -

    und zu der Kernfrage des Posts: Ich freu mich über Feedback. Immer. Feedback ist immer etwas wert, sei es für ein paar Glücks- und Erfolgsgefühle oder eben für self-improvement. Zudem z.B nicht-Künstler z.B auch eine ganz andere Sicht auf Artwork haben und dem entsprechend noch ganz eigenes Feedback zu diesen einbringen können. Weil diese achten z.B weniger auf komplexe Kleinigkeiten als Stimmigkeiten im Gesamtbild, was super hilfreich sein kann c: Feedback von professionellen Künstlern und Fursuitbauern ist mir z.B genauso viel wert wie von nicht so erfahrenen Leuten. Jede Zeit und jeder Blick der in meine Kunst investiert wird gibt mir neue Möglichkeiten und Blickwinkel.. und das ist ein schönes Geschenk :red_heart:

    Positives Feedback hilft mir persönlich mittlerweile immer mehr von diesem selbstkritischen Gedankengut abzulegen. Dafür muss man lernen das auch zuzulassen und ich hoffe sehr das du einen Weg findest aus dieser für dich toxischen Spirale auszubrechen! Weil ich feier deine Kunst, deine handwerklichen Sachen und Fursuits!

  • Wenn ich mir die Frage erlauben darf, ist das bei dir auch in anderen Lebensapsekten so? Wie zum Beispiel bei Komplimente zum gekochten Essen oder zum aussehen? Reagierst du da ähnlich abweisend drüber?

    Naja, ich kann nicht so viele Dinge. Abgesehen von meinen handwerklichen Sachen, kriege ich in der Regel keine Komplimente. Ich koche immer nur so Kochboxen, bei denen alle Zutaten und Gewürze schon drin sind. Wenn da jemand ein Kompliment gibt, geht das offensichtlich nicht an mich, ich habe ja nur alles zusammen geworfen. Und ich kriege keine Komplimente zu meinem Aussehen, ich bin hässlich. Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht so viele andere Lebensaspekte habe.

    Danke für deine Perspektive. So hatte ich da bisher gar nicht drüber nach gedacht. Aber ja, du hast recht. Selbst wenn es schwer ist, das ausgeschriebene Kompliment anzunehmen, ist die Zeit, die rein gesteckt wurde, ein Kompliment, das man schlecht ablehnen kann. :smiling_face:

    Ich verstehe, dass man Anfängern andere Kritik geben muss als fortgeschrittenen Zeichnern. Ich habe nur häufig das Gefühl, dass Anfänger ein bisschen... verhätschelt werden? Also jemand, der noch nicht so viel kann, postet ein Bild und wird mit Lob überhäuft und es kommt gar keine Kritik und das fühlt sich fake an. Und ich weiß halt nie, ob ich nicht auch nur als Anfänger gesehen werde, der verhätschelt werden muss. Weil ich das wirklich nicht möchte. Ich möchte Kritik, weil das halt der einzige Weg ist, sich zu verbessern. Und ich mir halt immer ein bisschen verarscht vorkomme, wenn ich nur Lob kriege.

    Und danke dir für deine Zeit, die du dir hier für mich genommen hast.

    Mir persönlich fällt es auch schwer Komplimente anzunehmen und hatte vor ein paar Jahren genau die gleichen Gedanken die du, Matschen im Startpost geäußert hast.

    Danke. Es hilft irgendwie zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin. Normalerweise, wenn ich solche Gedanken äußere, kriege ich immer als Feedback: "Stell dich nicht so an!"
    Es freut mich, dass du aus dieser Negativspiralen ein Stück weit raus gekommen bist. Das gibt mir Hoffnung, dass ich das auch schaffe. :smiling_face:

    Ich kreiere in der Regel für den Prozess, nicht für das Ergebnis. Wenn ich was Cooles (wie einen Fursuit oder ein Cosplay oder so) sehe, ist mein erster Gedanke immer "ich will das bauen" und nie "ich will das haben". War schon bei meinem ersten Fursuit so. Den habe ich gebaut und dann lag er Jahre lang in der Ecke rum, weil ich nichts damit tun wollte. Bin da glaube ich das Gegenteil von vielen anderen Leuten. xD
    Aber ja, keine Sorge, egal was passiert oder wie unzufrieden ich mit dem Ergebnis bin, ich kann nicht aufhören, Dinge zu bauen. Dann würde ich wahnsinnig werden.

  • Und ich kriege keine Komplimente zu meinem Aussehen, ich bin hässlich.

    Ich verstehe, dass man Anfängern andere Kritik geben muss als fortgeschrittenen Zeichnern. Ich habe nur häufig das Gefühl, dass Anfänger ein bisschen... verhätschelt werden? Also jemand, der noch nicht so viel kann, postet ein Bild und wird mit Lob überhäuft und es kommt gar keine Kritik und das fühlt sich fake an.

    Ich habe mir jetzt mal ein zwei Punkte rausgesucht, die einen (für mich) ziemlich bitteren Nachgeschmack haben, und ich möchte versuchen, dir mal eine andere Seite zu beleuchten.


    Gerade in der heutigen Zeit, haben viele Menschen, viele Probleme Kontakte zu knüpfen, Gespräche zu starten oder ähnliches. Einem 'fremden' Menschen ein Kompliment zu machen, ist etwas, dass viele Menschen, sehr viel Überwindung kostet. Wenn da dann nichts zurück kommt (weil du ja sagst, du kannst auch keine Komplimente machen, weil du dich nicht 'würdig' fühlst), dann kann das andere schnell frustrieren.

    Das heißt nicht, dass das Kompliment nicht ernstgemeint war, aber stell dir mal vor, du möchtest eine Person einfach so, positiv bestärken, gibst dir einen Ruck, etwas nettes zu schreiben oder zu sagen, und bekommst dann gesagt, dass das ja gar nicht stimmt, da man sowieso nichts kann..

    Da kann man sich schnell mal auf den Schlips getreten fühlen, weil man indirekt einer Lüge bezichtigt wird.


    So, ich möchte jetzt an dem Punkt nur für mich sprechen, aber :

    Wenn ich jemandem ein Kompliment mache, dann meine ich das zu hundert Prozent ernst.

    Wenn ich mir die Zeit nehme, jemandem ein Kompliment zu machen, dann kannst du dir sicher sein, dass ich lange darüber nachgedacht habe, wie ich das nun formuliere, ob das, was ich sagen möchte, vielleicht Übergriffig ist, und so weiter.

    Ich mache Menschen gern Komplimente, deshalb verlieren sie aber nicht an Wert.

    Aber :

    Wenn ich jemandem ein Kompliment mache, und dann gesagt bekomme, dass man ja eh hässlich sei, oder dass das ja so gar nicht stimmt weil xy, dann kannst du dir sicher sein, dass ich in zukunft weniger zeit und nerven an dieser stelle investieren werde, da es sowieso nicht wertgeschätzt wird.


    Wie gesagt, ich spreche hier nur für mich.


    Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte :

    Wer bist du, zu bestimmen, ob andere dich schön finden, oder nicht?

    Du findest dich hässlich? Okay, bitte. Ich kann deine Denkweise an diesem Punkt nicht ändern - aber dennoch liegt Schönheit im Auge des Betrachters.

    Was, wenn ich dich schön finde? Möchtest du dann sagen, dass ich Lüge, nur weil du nicht meiner Meinung bist?

    Welches Recht nimmst du dir, für andere zu entscheiden, ob sie dich hässlich finden oder nicht?

    Dieses Recht hast du nicht.

    Das ist dein Denken auf dich selbst - aber du siehst dich nicht aus meinen Augen. Oder aus den Augen deiner Freunde. Oder aus den Augen deines Partners etc.


    Und das selbe ist es auch mit Kunst, oder mit Suits.

    Selbst wenn es Künstler*innen gibt, die Anfänger einfach nur boosten wollen, um sie zu motivierten, kann aus dem Anfänger ein großer Künstler werden, dessen Entwicklung man mitverfolgt hat.

    Vielleicht meinen die Künstler ihr Kompliment aber auch zu hundert Prozent ernst, weil sie diese Anfänge mit ihren vergleichen und denken "holy shit! Das ist richtig gut für den Anfang!".

    Jeder Mensch hat einen anderen Standard. Einen anderen 'Wissensstand' was Kunst angeht. Und : jeder hat einen anderen Geschmack.

    Vielleicht finde ich superhyperkrasse Bilder, die 43 Stunden Arbeit gekostet habe, zwar hübsch, aber mag den Artstyle nicht? Das macht den Künstler nicht weniger talentiert, aber das ist dann einfach nicht mein Geschmack. Ist doch auch völlig okay? Das ist ja gerade das, was die Menschheit so besonders macht, dass jeder Mensch verschieden ist :)!


    Ich habe zum Beispiel keine Ahnung von Kunst, aber gerade da ich nichts kann, sehe ich zu sehr vielen Leuten auf und bewundere ihre Leistung!


    Und, ob ein Kompliment echt ist, oder fake, solltest du auch dem 'Sender' des Kompliments überlassen. Denn, again : du kannst nicht durch die Augen anderer sehen.


    Schau dir diese Welt doch mal an. Es gibt so viel negativität. Man beleidigt Leute schneller, als ihnen etwas liebes zu sagen. Man kritisiert jeden sofort, und ist schnell dabei, wenn es darum geht, zu motzen. So sind wir Menschen, wir sehen immer zuerst, was wir nicht haben, das war schon immer so.

    Also versuche doch, es wertzuschätzen, wenn es Menschen gibt, die sich auf das positive konzentrieren.

    Sei es deine Kunst, deine suits oder ähnliches, nette Worte sind heutzutage nicht mehr so leicht zu finden, aber wenn es jemanden gibt, der diese netten Worte findet, weil man dich toll findet, deine Kunst oder deine Arbeit, dann versuche nicht, ihnen diese Meinung klein zu reden.


    Es ist nichts schlimmes daran, Komplimente anzunehmen. Du musst aber lernen, dass nicht jeder genauso schlecht von dir denkt, wie du es selbst tust.


    In Wahrheit ist man sich selbst immer der größte Kritiker ;).

    ES IST MITTWOCH MEINE KERL*INNEN

  • Ich sehe das im Endeffekt genau wie Trashy. Kann man fast gar nichts mehr hinzufügen :'D
    Wenn ich ein Kompliment mache bzw. generell Feedback/Kommentare poste, kommen die von mir aus auch aus dem Herzen und nicht, weil ich oberflächig den Leuten was sagen will, was ich eigentlich gar nicht denke. (Zum Beispiel wenn ich sage "Ich finde das Bild wirklich super, weil" meine ich das auch und schreibe es nicht, weil die Person das vielleicht hören möchte).

    Es ist manchmal schwer, Komplimente anzusehen wenn man mit dem Selbstbewusstsein kämpft oder eben auch ein negatives Selbstwahrnehmungsbild hat. Früher war ich auch so, ich habe mich hässlich gefühlt, untalentiert, es kann doch eh Jeder Alles besser machen als ich - und wenn Leute mich komplimentieren, dann wohl aus Mitleid für meine Versuche.
    Und da wieder rauszukommen hat... gedauert, lange. Denn diese Haltung kam aus einer Grundeinstellung hervor, die man nach jahrelangem Erlernen wieder ablegen muss und das geht manchmal nicht alleine - bei mir hat es Therapie gebraucht, um damit zu arbeiten.

    Mittlerweile freue ich mich ehrlich über jeden Kommentare. Ob er nun "aus dem Herzen" kommt oder die Person meine Bilder oder mich eigentlich total scheiße findet und nur schreibt, weil sie muss oder gut darstehen will - kann ich nie wissen. Das kann Keiner außer dem Autor, wie Trashy auch gut erläutert hat.
    Wenn man immer vom Negativen ausgeht beim Ursprung eines Kompliments wird es schwer werden, ehrliche Komplimente auch als solche anzuerkennen - bzw. generell Komplimente anzuerkennen.

    Mit dem Problem bist du nicht alleine, und ich denke, dass auch hier im Forum manche Leute sind denen es so oder ähnlich ergeht. Auch in solch einem kleinen Rahmen kann man davon ausgehen, dass die Leute hier einen positiven Ursprung für ihre Komplimente haben c:

    Das "Problem" was ich halt sehe ist auch ähnlich wie bei Trashy: Wenn ich weiß, dass Jemand Komplimente oder positives Feedback als gänzlich unehrlich oder negativ aufnimmt, fühle ich mich nicht mehr wirklich dazu verleitet, etwas zu schreiben. Da bin ich dann im inneren Konflikt mit mir selbst, denn eigentlich sind meine Komplimente ja ehrlich & ich nehme mir gerne Zeit für ausführliche Beiträge/Antworten, aber wenn ich weiß, dass diese nicht als ehrlich aufgefasst werden fühlt sich die Energie verschwendet hat.
    Und das ist dann das Dilemma und auch ein Teufelskreislauf in welchem man Komplimente schwer oder gar nicht annehmen kann - und Leute schreiben dann weniger, weil sie davon ausgehen, dass ihr Feedback auch als unehrlich angesehen wird.

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  • fromo danke, dass du dir die Zeit genommen hast, alle meine Punkte durchzulesen und nochmal aufzugreifen ❤️

    Ich bin ehrlich, ich war etwas unsicher ob ich das so posten kann, weil ich nun wirklich nicht wollte, dass mein Post vielleicht negativ aufgefasst wird ><

    Denn so ist es nicht gemeint, und ich bin froh, dass du meinen Gedankengang teilen kannst :smiling_face:


    Ich denke eben Matschen, niemand hier möchte dir etwas böses, und niemand hat vor, dich mit einem Kompliment zu verunsichern, oder gar, dich zu belügen?


    Was hätte man denn als 'Sender' davon?


    Furzone ist nicht umsonst für die meisten hier ein Safespace, und du kannst dir sicher sein, dass Es hier auch als Positiv gemeint ist, wenn jemand etwas positives sagt 🫶

    ES IST MITTWOCH MEINE KERL*INNEN

  • Ich persönlich gehe erst davon aus, dass ein Kommentar nicht so gemeint wie er geschrieben ist, wenn es Indizien dafür gibt, dass irgendwas daran faul ist. Also zB. wenn ich merke, dass die Person schlecht über mich redet, aber nach außen hin auf heile Welt macht. Ob die Kommentare dann teils aus Mitleid, weil meine Bilder schlecht sind, oder aus wirklichem Interesse geschrieben wurden kann ich sehr häufig gar nicht sagen und deswegen mach ich mir da keinen Kopf.

    Dennoch kann ich verstehen was du hier anmerkst. Irgendwo sucht man Bestätigung bei anderen und manchmal, wenn man sehr negativ ist, ist es schwer auch positives an zu nehmen. Und du scheinst nicht glauben zu können, dass man auch mal was positives zu dir sagen kann, weswegen schätzungsweise eine Therapie nicht gerade eine schlechte Idee sein könnte.

    Die Sorge dass andere Leute nicht mögen was man macht kenne ich von früher. Mittlerweile zeichne ich, weil ich Bock drauf habe und besser werden will. Früher allerdings habe ich am Zeichnen schnell die Lust verloren wenn eben keine Reaktionen kamen. Meine Erfahrungen haben mir auch gezeigt, dass Leute die sich die Mühe machen und Regieren/etwas schreiben meist auch das meinen eben weil es aufwändig ist so viel zu schreiben und diese Arbeit macht man sich in der Regel nicht wenn einen nicht etwas daran liegt, sprich man das Bild nur Kacke findet.

    Ich für meinen Teil wurde damals tm recht häufig ignoriert. In Kunstgruppen wurde ich schnell über postet, in einer Fursuit Gruppe auf Facebook ignoriert und in manchen Situationen in Foren, verschwanden meine Threads oft recht schnell, weil sie nach meinen Posts keinerlei Kommentare bekamen. Das Gefühl für andere Luft zu sein/nicht zu existieren hat sich dann so breit gemacht, dass ich sehr lange nicht gezeichnet hatte und ja man macht irgendwann den Wert seiner Bilder daran fest wie sie von anderen bewertet werden. Habe ich Requests angeboten wurden mir die Türen eingerannt. Habe ich Commis angeboten, egal wie günstig, gähnende Leere.
    Um wieder richtig Spaß am Zeichnen zu bekommen musste ich wirklich viel Pause machen, Inspiration sammeln und einen Bereich finden wo ich mich wphl fühle wieder was hoch zu laden. Ich denke schon, dass du hier ein Forum hast wo du deine Bilder recht gut hochladen kannst ohne Angst haben zu müssen, dass die Kommentare unterschwellig böse gemeint sind. Ich trau mich zB. mittlerweile wieder auf FurAffinity hoch zu laden, was mir die letzten Jahre nicht möglich war.

    Es ist ansonsten recht schwer etwas neues in das Thema zu geben denn Trashy hat bereits alles gesagt was es zu sagen gibt.


    Ribitt~

  • Danke an eure Gedanken zu dem Thema. Es hilft wirklich sehr, mehr Perspektiven zu lesen. :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Ich habe mir alles ungefähr 50 mal durchgelesen, daher die späte Antwort. Und ich finde es faszinierend, dass alle so eine positive Einstellung gegenüber Komplimenten haben (oder mittlerweile haben). Ich versuche, mir so viel mitzunehmen wir möglich und gehe mal auf ein paar Dinge ein.

    Da kann man sich schnell mal auf den Schlips getreten fühlen, weil man indirekt einer Lüge bezichtigt wird.

    Danke für deinen Hinweis dazu. Das kann ich absolut verstehen! Ich würde niemals jemandem ins Gesicht sagen, dass ich dessen Komplimente nicht so gut ernst nehmen kann! Das ist ein Ich-Problem und was in meinem Kopf stattfindet und was ich sage, sind zwei paar Schuhe. Ich habe panische Angst davor, als unhöflich angesehen zu werden, also würde ich allein schon deswegen niemals jemanden einer Lüge bezichtigen.

    Aber wie du auch schreibst, Furzone ist ein Safe Space und daher dachte ich, ich bin mal offen mit dem Thema. Wenn das unangebracht war, entschuldige ich mich. Wir können den Thread auch wieder löschen lassen.

    Wer bist du, zu bestimmen, ob andere dich schön finden, oder nicht?

    1. Das war mehr eine Schlussfolgerung. Wie gesagt, ich habe noch nie Komplimente zu meinem Aussehen bekommen. Von dem her habe ich geschlossen, dass ich nicht attraktiv bin. Zumindest nicht konventionell attraktiv und ich werde definitiv kein Foto posten, um das zu beweisen. War vielleicht einfach ein unpraktisches Beispiel. :smiling_face:

    2. Ich spreche den meisten nicht ab, etwas zu mögen. Ich glaube schon, dass meine Oma alles mag, das ich mache. Aber meine Oma ist halt meine Oma und ich bin ihr jüngstes Enkelkind (die Urenkel mal ausgeschlossen) und das einzige, mit dem sie sich noch nie gezofft hat. Ich freue mich, wenn mir meine Oma sagt, dass sie stolz auf mich ist, weil das heißt, dass sie mich lieb hat. Aber es heißt halt nicht, dass ich die Komplimente als Bewertung der Qualität meiner Arbeit ernst nehme.

    Und ähnlich halte ich es auch bei allem anderen. Meine Standard Antwort auf Komplimente ist "es freut mich, dass dir das gefällt" und das ist auch so. Denn ich freue mich, wenn ich andere mit meinen Sachen erfreuen kann (daher arbeite ich auch so gut wie nie für mich selber). Und ich glaube auch, dass es dem anderen gefällt. Es verändert aber nicht meine eigene Perspektive zu meinen Werken im generellen.

    Ich zweifle nur immer bei Leuten, die eindeutig mehr können als ich, weil es mir so unwahrscheinlich vorkommt, dass die an meinen Arbeiten etwas Gutes sehen. Oder auch, wenn ich sehr viele Komplimente zu einem Projekt bekomme. Es ist unrealistisch, dass viele Leute meine Sachen gut finden.

    Was hätte man denn als 'Sender' davon?

    Ich weiß es nicht. Aber ich verstehe Menschen im generellen nicht. Ich kann dir ein Beispiel geben, das mich sehr verunsichert hat.

    Ich bin auf einer Kunstschule gewesen und hatte ein Projekt beendet. Und das Feedback von meinem Dozenten war: "Alles top, da kann man nix dran aussetzen oder verbessern, ist richtig gut geworden." Und ich war mit dem Projekt selber auch zufrieden. Aus anderen Gründen habe ich das Projekt dann nochmal komplett neu gebaut. Und dann kam vom selben Dozenten folgendes Feedback: "Das ist jetzt ja was richtig gutes. Nicht so wie das erste Projekt, das war ja nix halbes und nix ganzes." Warum macht man sowas? Was hat er davon? Warum hat er mir nicht gleich gesagt, dass die erste Variante noch viele Fehler hatte? Ich finde, dass es sein Job gewesen wäre, als mein Dozent mir zu sagen, was nicht gut war, damit ich es später besser machen kann. Aber nein, hat er nicht. Und ich schnalle das auch nicht. Aber seit dem habe ich halt noch mehr Angst, dass Leute mich aus Gründen, die ich wirklich nicht nachvollziehen kann, anlügen.

    Dennoch kann ich verstehen was du hier anmerkst. Irgendwo sucht man Bestätigung bei anderen und manchmal, wenn man sehr negativ ist, ist es schwer auch positives an zu nehmen. Und du scheinst nicht glauben zu können, dass man auch mal was positives zu dir sagen kann, weswegen schätzungsweise eine Therapie nicht gerade eine schlechte Idee sein könnte.

    Danke für deine 2 cents zu dem Thema. Ja, ich kenne es auch, dass man super wenig Feedback bekommt und das dann frustrierend ist. :grinning_face_with_smiling_eyes:
    Ich weiß nicht, wie das Klima so auf FurAffinity ist, aber ich hatte immer Angst davor, auf Twitter zu posten. Seltsamer Ort.

    Naja, für'n bisschen Artblock würde ich nicht zur Therapie gehen wollen. Und es ist halt die Wahrheit, dass man zu mir nicht wirklich was positives sagen kann. Ich bin weder ein netter noch ein guter noch ein talentierter oder produktiver Mensch. Ich existiere halt so vor mich her. Und das ist einfach, naja, Fakt. Und eine Therapie macht einen soweit ich weiß auch nicht zu einem von Grund auf besseren Menschen. Mal ganz davon abgesehen, dass es Leute gibt, denen ich den Therapieplatz nicht wegnehmen wollte. Ich komm schon klar.

    Mittlerweile freue ich mich ehrlich über jeden Kommentare. Ob er nun "aus dem Herzen" kommt oder die Person meine Bilder oder mich eigentlich total scheiße findet und nur schreibt, weil sie muss oder gut darstehen will - kann ich nie wissen. Das kann Keiner außer dem Autor, wie Trashy auch gut erläutert hat.

    Hast du nicht irgendwie Angst, dass dadurch dein Selbstbewusstsein zu groß wird?
    Ich habe grundsätzlich Angst davor, dass ich denke, ich würde irgendwas können und dann kann ich es nicht und es war nur mein falsches Selbstbild. Ich habe schon einige Leute getroffen, die extrem selbstbewusst sind und denken, sie können etwas, das sie nicht können. Und das sind die Leute, die allen anderen dann mit ihren Fehlern am meisten Arbeit machen und so will ich wirklich nicht sein.

  • Matschen
    Du hast nicht irgendeinen Artblock...
    Du hast ein extrem verzerrtes Bild von dir selbst und kein Selbstwertgefühl. Das hat mit Kunst nix zu tun. Und du lernst in der Therapie nicht ein besserer Mensch zu werden, du lernst zu sehen, dass du kein schlechter Mensch bist. Dude please! Du nimmst niemandem den Therapieplatz weg, du brauchst den dringend.
    Was auch immer das bei dir ausgelöst hat/dich darin bestärkt, muss professionell aufgearbeitet werden.

    Es tut mir Leid das sagen zu müssen, aber es ist nicht normal so dermaßen unzufrieden mit sich selbst zu sein, das ist auch kein normaler Artblock.


    Ribitt~

  • Hast du nicht irgendwie Angst, dass dadurch dein Selbstbewusstsein zu groß wird?

    Nein, eigentlich nicht. Ich persönlich denke schon, dass ich reflektiert genug bin um abzuschätzen, wie Komplimente oder generell Feedback ankommen und was ich damit mache.
    Ehrlich gesagt kann man nie genug Selbstbewusstsein haben in einem gesunden Rahmen :D Das geht ja viel weiter hinaus als man denkt, angefangen von den offensichtlichen Persönlichkeitsmerkmalen. Durch das Erlernen, mich selbst wohl zu fühlen mit mir und Komplimente auch hinzunehmen ohne über den eventuellen Gedankenursprungs des Autors nachzudenken habe ich für mich selbst ein eher positives Umfeld geschaffen.
    Intentionen o.Ä zu überdenken wird für mich erst ab einem gewissen Rahmen relevant (z.B wenn man mehrere Gespräche miteinander hatte oder befreundet ist).

    Ich habe grundsätzlich Angst davor, dass ich denke, ich würde irgendwas können und dann kann ich es nicht und es war nur mein falsches Selbstbild. Ich habe schon einige Leute getroffen, die extrem selbstbewusst sind und denken, sie können etwas, das sie nicht können. Und das sind die Leute, die allen anderen dann mit ihren Fehlern am meisten Arbeit machen und so will ich wirklich nicht sein.

    Ich denke, da gibt es auch Abstufungen wann ein gesteigerteres Selbstbewusstsein positiv ist und wann es negativ wird. Positiv ist es, wenn man sich selbst wohlfühlt mit sich und seinen Fähigkeiten und einfach macht, weil man Freude empfindet und stolz auf das Ergebnis sein kann - sowie sich nicht scheut, aus Fehlern zu lernen und etwas mitzunehmen aus Feedback/Reflektion.
    Negativ wird es, wenn man sich dadurch als allmächtig, fehlerfrei und besser ansieht. Und dann kommt eben das, was du meinst: Man macht Anderen Mehrarbeit dadurch.

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  • Ich denke man sollte differenzieren zwischen Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung.

    Zu Selbstbewusstsein zählt für mich ehrlich gesagt, dass man sich selbst voll umfänglich ehrlich einschätzen kann. Dazu gehört beim Selbstbewusstsein nicht nur dazu zu wissen was man gut kann, sondern auch seine eigenen schwächen richtig einzuschätzen weiß. Sprich es kann auch ein Zeichen von wenig Selbstbewusstsein sein, wenn man sich völlig ünertrieben gut einschätzt, weil man sich dann seiner selbst erneut eben nicht bewusst ist.

    Man kann also nie genug Selbstbewusstsein haben.

    Man kann allerdings komplett an allem vorbei schießen und sich vollkommen selbst überschätzen.

    Da würde ich jedenfalls einen Unterschied drin sehen.


    Ribitt~

  • Zu Selbstbewusstsein zählt für mich ehrlich gesagt, dass man sich selbst voll umfänglich ehrlich einschätzen kann. Dazu gehört beim Selbstbewusstsein nicht nur dazu zu wissen was man gut kann, sondern auch seine eigenen Schwächen richtig einzuschätzen weiß. Sprich es kann auch ein Zeichen von wenig Selbstbewusstsein sein, wenn man sich völlig übertrieben gut einschätzt, weil man sich dann seiner selbst erneut eben nicht bewusst ist.

    Aber woher weiß man das? Grundsätzlich gehen Menschen immer davon aus, dass sie klüger und besser sind als sie wirklich sind. Dass sie alles besser können als sie es wirklich können und in unserem eigenen inneren Auge sehen wir uns als hübscher als wir sind.
    Dinge wie der Dunning-Kruger Effekt betreffen uns alle irgendwie. 80% der Autofahrer denken, sie könnten besser Auto fahren als der Durchschnitt. Ähnliches trifft auf alle Lebensbereiche zu.
    Weshalb ich immer by default davon ausgehe, dass ich schlechter in etwas bin als ich denke. Nur um sicher zu gehen, dass ich mich eben nicht selbst überschätze. Weil ich weiß, dass Menschen mit sich selbst grundsätzlich nicht ehrlich sein können. Wir sehen unsere eigenen Fehler nicht.

    Ein Mensch ist die absolut unzuverlässigste Person, um sich selbst einzuschätzen. Woher kann ich wirklich sicher sein, dass ich mich ehrlich einschätzen kann?

  • Aber woher weiß man das? Grundsätzlich gehen Menschen immer davon aus, dass sie klüger und besser sind als sie wirklich sind. Dass sie alles besser können als sie es wirklich können und in unserem eigenen inneren Auge sehen wir uns als hübscher als wir sind.
    Dinge wie der Dunning-Kruger Effekt betreffen uns alle irgendwie. 80% der Autofahrer denken, sie könnten besser Auto fahren als der Durchschnitt. Ähnliches trifft auf alle Lebensbereiche zu.
    Weshalb ich immer by default davon ausgehe, dass ich schlechter in etwas bin als ich denke. Nur um sicher zu gehen, dass ich mich eben nicht selbst überschätze. Weil ich weiß, dass Menschen mit sich selbst grundsätzlich nicht ehrlich sein können. Wir sehen unsere eigenen Fehler nicht.

    Ein Mensch ist die absolut unzuverlässigste Person, um sich selbst einzuschätzen. Woher kann ich wirklich sicher sein, dass ich mich ehrlich einschätzen kann?

    Tatsächlich ist es nicht selten, dass Menschen sich Überschätzen, aber auch nicht selten, dass Menschen sich unterschätzen. Statistische Einblicke habe ich darauf jetzt nicht, deswegen kann ich dir nicht sagen ob es ausgeglichen ist oder welche Seite überwiegt.
    Der Dunning Krüger Effekt betrifft uns alle, aber das bedeutet nicht, dass er jede Person im selben Maß betrifft und in jeder Situation.

    Und alle Menschen gleich ein zu schätzen ist immer ziemlich schwierig. Es gibt sehr viele Menschen die sich ihrer Fehler, Schwächen und Stärken durchaus bewusst sind. Manche sind dann natürlich zu stolz das zu zu geben als andere, aber das verändert den Sachverhalt nicht. Nicht alle Menschen sind gleich, auch nicht in dieser Hinsicht. Das Thema geht viel tiefer als du es so darstellst.

    Du kannst dir nie sicher sein ob du dich richtig einschätzen kannst. Das erfährst du nur, wenn du durch Rückmeldung anderer ein Gesamtbild erhälst was in sich stimmig ist. Denkst du, dass du nicht zeichnen kannst, aber andere sagen dir immer wieder, dass du es sehr wohl kannst, so schätzt du dich falsch ein.

    Sich mal zu überschätzen ist zudem keine Straftat. Der Umgang damit ist entscheidend. Bekommst du kritik und merkst, dass die Sache wo du dachtest gut drin zu sein doch nicht so gut ist, dann ist es gut sich selbst ein zu gestehen, dass man es dann doch nicht so gut kann.

    Dazu kommt subjektivität. Kann man bei Kunst wirklich alles objektiv bewerten? Jain. Du kannst sowas wie die Anatomie bewerten, aber irgendwann wirst du mehr in Richtung des persönlichen Geschmackes rutschen.


    Ribitt~

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