Mein neues Artwork von meinem Gnoll Remmar aus unserer D&D-Runde, gemalt von Poyjeee auf Fiverr.
Er mauserte sich im Spiel sehr schnell zum Lieblingscharakter meiner ganzen RPG-Geschichte. Er hat so eine reflektierte und abgeklärte Art, die ich an ihm mega faszinierend finde. Außerdem ist er gefangen in einem Zwiespalt zwischen Scham über seine Herkunft und Stolz auf seine Andersartigkeit davon sowie Resignation und gelegentlicher Verspieltheit. Das macht ihn für mich furchtbar interessant und spannend zu spielen.
Er ist Ranger lvl 9 und Rogue lvl 3 und ein extrem guter Bogenschütze, tödlich im Fernkampf. Dabei helfen diverse Feats wie Sharpshooter und Assassin. Doch Nahkampf ist seine Achillesferse, da seine große Fernkampf-Stärke nur mit Vernachlässigung der Nahverteidigung möglich war. Er kann sich aber durch Rogue-Feats zumindest Gegnern in Nahkampfreichweite entziehen.
Es existiert mittlerweile noch eine Version des Bildes nach einer schicksalhaften Session, die seinem Leben eine enorme Wendung gegeben hat, auf der er rote Tribal-Markings trägt, die im Gesicht und auf den Oberarmen sichtbar sind. Sie sind ein Mal Yeenoghus und weisen ihn als seinen Gesandten aus, was dazu führte, dass er zum Fürst der Gnolle des Silva Vetus aufstieg. Was dies für ihn bedeutet, wird deutlich, wenn ihr seine Story lest:
Seine Story
Remmar wurde im Silva Vetus in den Gnoll-Clan der Blutfänge hinein geboren. Dort lernte er früh, dass der Clan stets über allem steht und dass man zum gemeinsamen Wohl zusammenhält, doch Remmar sah nie ein, dass dies nur für seinen Clan gelten sollten und nicht für alle Arten und Völker. Er hielt entsprechend nicht viel vom "Weg Yeenoghus" und wählte daher für sich die Aufgabe der Nahrungsbeschaffung für sein Volk als Jäger. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren (Gnolle gelten mit 8 als ausgewachsen) nutzte er seine Erfahrung, um unter dem Vorwand einer Jagd abzuhauen und seine Spuren zu verwischen. Als sein Fehlen endlich auffiel, war er so längst über alle Berge. Er hielt nach Norden auf die Siedlungsbereiche des Königreiches Korah zu und am Waldrand angekommen entsagte er Yeenoghu und legte seinen Clannamen ab. Er war nun ein Verräter Yeenoghus und der Blutfänge und wusste, dass er niemals mehr zurückkehren kann. Doch das hatte er auch nicht vor.
Er zog weiter und suchte den Anschluss an die Zivilisation. Er betrat unterwegs jedes Dorf und jede Stadt, doch überall begegnete man ihm mit Misstrauen. Die Korahner sahen in dem allein ziehenden Gnoll zwar wohl keine Gefahr, doch man ließ ihn immer und überall spüren, dass er nicht hierhin gehörte. Schließlich führte ihn sein Weg in die Moorwälder. Da er im Wald aufgewachsen war und sich dort auskannte, ließ er sich hier nieder und führte fortan ein Leben als Einsiedler und Selbstversorger.
Er lebte von der Jagd und stellte alles, was er hatte oder brauchte, selbst her. Das eine oder andere Material konnte er auch mit Durchreisenden tauschen. Entlang der Waldstraßen belauschte er gerne Reisende und konnte sich so einige Brocken der Gemeinen Sprache aneignen. Hin und wieder konnte er auch etwas mit ihnen tauschen und kam so an Materialien wie Stoff, Leder oder eine Eisenfibel. Außerdem gelang es ihm, das Vertrauen einer Eule zu gewinnen, sie zu zähmen und zu trainieren. Er taufte sie Dhia und trainierte sie auf Hand- oder Pfiffsignale hin die Umgebung um ihn herum nach Gefahren abzusuchen oder nach Beute im Umkreis Ausschau zu halten und ihn hinzuführen.
Eines Tages tat er sich mit anderen Leuten zusammen, die wie er in den Wald gekommen waren, um sich zu verstecken; Banditen. Er beteiligte sich zwar nie an deren "Aktivitäten", versorgte sie aber mit Nahrung und konnte reden und so seine Sprache verbessern. Außerdem lernte er einige Fertigkeiten von ihnen, die, wer weiß, eines Tages vielleicht hilfreich sein konnten, wie etwa Schlösser zu knacken. Doch eines Tages kamen die Banditen auf die Idee, sich zu rehabilitieren, indem sie den Behörden den Kopf eines Gnolls liefern. Eine für sie tödliche Entscheidung, doch Remmar schwor sich fortan niemandem je wieder zu vertrauen.
Insgesamt lebte er acht Jahre lang in diesem Wald, bis er bemerkte, dass immer häufiger Dämonen auftauchten. Er beschloss nach den Ursachen zu suchen und begab sich auf die Waldstraße, um ihr nach Port Sindarin zu folgen. Dort traf er auf eine Gruppe reisender Abenteurer, die sich die "EisenfäustInnen" nannten. Zunächst nur zweckmäßig schloss er sich mit ihnen zusammen, da sie offenbar das gleiche Ziel verfolgten.
Bei all dem vergaß Remmar nie seinen Traum, sich eines Tages mit einem kleinen Geschäft niederzulassen, in dem er Fleisch aus eigener Jagd verkaufen würde.
Bilddetails
In dem Bild sind ein paar Details versteckt, die sich direkt auf die Kampagne beziehen.
Links im Hintergrund sieht man ein Totem aus Hyänenschädeln. Das erinnert daran, dass er im Kampf einmal zu Tode kam, von seinen neuen Begleitern aber schnell genug für eine Wiederbelebung zu einem Tempel gebracht werden konnte. Sie ließen dafür sogar ihre Pferde zurück und gaben alles, was sie hatten, um das Ritual zu bezahlen. So kam es, dass Remmar in tiefer Dankbarkeit beschloss, seinen neuen Freunden nun doch sein Vertrauen zu schenken.
Die eingeritzten Listen rechts verweisen auf Remmars tiefe Freundschaft mit Braklohr. Die beiden stehen in einem ständigen Wettstreit miteinander, es ist ein echtes Legolas-Gimli-Ding. Großer Gnoll (2,28 m) gegen kleinen Zwerg (1,34 m), Bogenschütze gegen Axtkämpfer, beide streiten immer darum, wer in einem Kampf mehr Kills schaffte, wer im Dungeon die meisten Räume als erster betrat, wer schneller diesen Baum hoch kommt. Remmars Liste zählt sogar einen gefangenen Fisch. Bei einem Volksfest nahmen beide an einem Angelwettkampf teil, wo man Fische mit bloßen Händen zu fangen hatte. Braklohr verwandelte sich in einen Lachs, ließ sich von Remmar fangen und als der seinen Fang dem Preisrichter präsentierte, verwandelte er sich zurück.
Remmar: "Zählt das auch?"
Richter: "Naja... es kommt drauf an... kann man das essen?"
Remmar: "Nun, wenn Ihr mein Volk fragt, ja."
Braklohr: *Wimmer*
Übrigens ist Braklohrs Liste bewusst unter die von Remmar gesetzt. Schließlich kommt er ja nicht so hoch
Schließlich der Schädel, auf dem Remmar hier steht. Es ist nicht weniger als Remmars größter Kill. Nachdem die Gruppe getrennt worden war, griff sie der "Himmelskönig" an. Eine extrem mächtige Kreatur, die bereits im ersten Angriff unsere beiden Tanks gleichzeit fast down brachte. Doch Remmar gelangen aus der Ferne mehrere spektakuläre Treffer. Den ersten Crit beschrieb die DM mit einem Treffer ins linke Auge. Bei zweiten hatte sich der Himmelskönig umgedreht, weil er sein Weibchen schreien gehört hatte. Somit versenkte Remmar dank einer neuen nat20 einen weiteren Pfeil in das noch intakte Auge. Und so hat Remmar dieses Biest in dem Kampf beinahe im Alleingang gekillt. Fast 160 Schadenspunkte in nur zwei Runden. Vier Angriffe, drei Treffer, zwei Crits, ein Tod.
Sein Name steht mit auf dem Bild, da es Teil meiner Charaktergalerie werden soll. Die Schriftart sollte bewusst unsicher, "anfängermäßig" aussehen, da er weder lesen noch schreiben kann.
Sein Äußeres
Sehr stolz bin ich auf ihn wegen seines Äußeren, da es bis ins kleinste Detail wohlüberlegt und begründet ist. Daher gab es auch nur wenig Vorlagen für Poyjeee, doch ich bin tief beeindruckt, wie er es schaffte, meine Idee 100% exakt zu treffen.
Als Einsiedler im Wald fertigte er alles, was er besitzt, selbst an oder tauschte manches bei Reisenden Händlern ein. Seine Rüstung ist daher nur aus Lederstreifen gefertigt und dahingehend gestaltet, dass sie ihn rudimentär schützt, als Kletterer, der oft aus Baumkronen heraus agiert, aber zugleich maximale Beweglichkeit gewährt. Daher ist alles ab Schultern und Knien frei. Schuhe trägt er nicht für mehr Geländegefühl und das Beinteil besteht nur aus vier überlappenden Teilen, damit er sich wie gesagt bestmöglich bewegen kann. Als Kletterer und Bogenschütze sollte er auch kräftig im Bereich Brust/Schultern sein.
Dazu trägt er einen Kapuzenumhang aus waldgrünem, inzwischen stark abgenutztem Stoff, der ihm zur Tarnung und als Kälteschutz dient, den er aber auch groß genug bemaß und mit Löchern in den Ecken präparierte, sodass er ihn bei schlechtem Wetter über sein Lager aufspannen kann. Ein separater Kragen aus Wolfsfell schützt zusätzlich gegen die Kälte. Eine Eisenbrosche hält den Umhang zusammen. Diese bekam er im Tausch von Händlern.
Am Gürtel trägt er ein selbstgemachtes Messer. Dieses schlug er aus einem langen Feuerstein und umwickelte den Griff mit Lederstreifen. Den Knauf ließ er dabei blank und nutzt ihn zum Feuermachen. Es steckt so im Gürtel, dass er es im Notfall in einer einzigen, intuitiven Bewegung auf engstem Raum ziehen und nutzen kann, etwa wenn er im Kampf zu Boden gepresst wird.
Sein Bogen ist ein Langbogen, gemacht für Schüsse mit sehr großer Reichweite. Er ist ca. 2,5 m lang und die Pfeile macht er ebenfalls selbst. Er nutzt dazu Spitzen aus Feuerstein, die mit einer engen Wicklung in den Schaft eingesetzt werden, wie auch die Federn, welche er von Dhia nimmt.
Drei Ohrpiercings sind an die Piercings angelehnt, die ich selbst zum Zeitpunkt seiner Entwicklung trug, und verbinden ihn damit mit mir als Spieler. Am rechten Ohr trägt er einige Federn. Sie stehen für seine Verbindung zu Dhia und sind eingefärbt, damit sie etwas schmucker aussehen. Schließlich ist da noch eine Halskette mit Eulenbärenklauen. Diese steht für die Gruppe, bei der er endlich Anschluss fand, denn ein Eulenbär war das erste Beast, das von den EisenfäustInnen je getötet wurde, womit sie die Tage der Klingen gewannen.
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